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05.05.2010, 09:55
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Beiträge: 268
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Peisse
steiht vöar de Döar. Un do will ek ink ees aan en aul Chedeech erinnere, dat me all vercheete heet: Reineke de Voß.
De Lüüt häwwen inne Schual velleichs wat van Goethe dotu chehöat. Merr se weeten nee, dat dän „Reineke Fuchs“ en ni-erfränkisch Vertellsche ut Flanderen ös, boll dousend Johren aul.
De aule meddelni-erlainsche Version hitt soa:
HEt was in eenen tsinxen daghe
Dat beede bosch ende haghe
Met groenen loveren waren bevaen.
Nobel, die coninc, hadde ghedaen
Sijn hof crayeren over al
Dat hi waende, hadde hijs gheval,
Houden ten wel groeten love.
In Lübeck koam et 1498 op Ni-erdütsch eruut.
Un soa heet dat easte Kapittel cheklunge:
Dat erste capittel
Wo de lauwe, konnynck aller deren, leeth vthkreyeren vnde vasten vrede vthropen vnde leet beden allen deren, to synem houe tho komen.
Id gheschach vp eynen pynxstedach,
Datmen de wolde vnde velde sach
Grone staen myt loff vnde gras,
Vnde mannich fogel vrolich was
Myt sange in haghen vnde vp bomen;
De krüde sproten vnde de blomen,
De wol röken hir vnde dar;
De dach was schone, dat weder klar.
Nobel, de konnynck van allen deren,
Held hoff vnde leet den vthkreyeren
Syn lant dorch ouer al.
Dar quemen vele heren myt grotem schal,
Ok quemen to houe vele stolter ghesellen,
De men nicht alle konde tellen:
Lütke de kron vnde Marquart de hegger;
Ja, desse weren dar alder degger
(Wente de konnynck myt synen heren
Mende to holden hoff myt eren,
Myt vrouden vnde myt grotem loue
Vnde hadde vorbodet dar to houe
Alle de dere groet vnde kleyne)
Sunder Reynken den vos alleyne;
He hadde in den hoff so vele myßdan,
Dat he dar nicht endorste komen noch gan.
De quad deyt, de schuwet gern dat lycht;
Alzo dede ok Reynke, de bözewycht:
He schuwede sere des konnynges hoff,
Dar in he hadde seer krancken loff.
Do de hoff alsus anghynck,
En was dar neen, an alleyne de greuynck,
He hadde to klagen ouer Reynken den voß,
Den men held seer valsch vnde loß.
[IMG]  [/IMG]
Op Mölmsch Platt klingk et ouk nee völl aunes:- Franz Firla (Vorläufige Fassung!)
Dat easte Kapittel
Wo dän Lööw, Künnich van aal Dieren,
leet utroope en Laundfree-e un aal Dieren bee-e, tu ssinnen Hoff te kumme.
Et woar waal op’m Peissedaach,
dat me Boosch un Fe-iler ssoach
chröön stoon met Louf on Chraas,
on mannech Vuagel fröhlich woar
met Chessang in Hägge on op Böim;
de Krüüter sproote on de Bloome,
öweraal rook et wounerboor;
dä Daach woar schöan, dat Weer kloor.
Nobel, dä Künnich van aal Dieren,
heel Hoff on leet dat bekaunt cheewe
en sinnem Laund röm un tüm.
Do koamen völl Herre met chroate Schall,
ouk koamen völl staatse Cheselle,
die me nee aal telle koos:
Lütke, dä Kranich un Marquart, dä Hä-er,
jo, aal koame se bene-in,
derweege dat dä Künnich met sinne Herre
had beschloote Hoff te haule in Iahre
met chroat Pläsier un Praach,
on had chebooe tu öm te kumme
aal Dieren chroate un kle-ine.
Merr oahne Reineke, dän Voß, alle-in;
dän had vam Hoff soa völl öwel behaunelt,
dat he nee kumme of choon doos.
Wän Ööwel de-it, dän schöid dat Leech,
soa dead dat ouk dän Voß met sseech.
Dä Fulk koam nee nohm Künnichshoff,
he hadden Strang do vöar en Stroof.
Un ees nou dä Hoff fung aan,
do woar dän Daas dän inzige Mann,
dän nee öwwer Reineke am janke woar,
dän me föar chanz verdreidig aanssoach.
Hie ös en schöan Öwwersettung van Karl Simrock:
Zu Pfingsten wars, da das geschah,
daß man die Wälder und Felder sah
grün gekleidet mit Laub und Gras,
und mancher Vogel fröhlich saß
und sang in Hecken und Bäumen laut;
die Kräuter sproßten und das Kraut,
das würzte die Lüfte wunderbar;
der Tag war schön, das Wetter klar.
Nobel, der König über alle Tiere
hielt Hof, und ließ ihn seine Kuriere
ausposaunen überall.
Da kamen viele Herren mit großem Schall,
auch viele stolze Gesellen kamen,
die man nicht alle wüßte mit Namen,
Lüttke der Kranich, und Marquardt der Hähr,
die zogen allzumal daher;
denn der König mit seinen Genossen
hatte Hof zu halten beschlossen
mit Freuden und mit großem Gepränge,
und hatte zu Hof entboten die Menge
all der Tiere groß und klein,
außer Reineke dem Fuchs allein.
Der hatte so viel am Hofe versehn,
er getraute sich nicht, dahin zu gehn.
Wer übel tut, der scheut das Licht;
So tat auch Reineke, der Bösewicht.
Er scheute des Königs Hofgelag,
weil man nichts Gutes da von ihm sprach
Wie nun des Königs Hof begann,
da war der Dachs der einzige Mann,
der nicht über Reineke klagt und schalt,
der für sehr falsch und lose galt.
Un hiedat ös en neuhochdeutsche Öwersettung van Gerhard Wahle - oahne Riem:
Das 1. Kapitel
In welchem der König der Tiere, der Löwe, in einem Aufruf Frieden und
freies Geleit verkünden ließ und alle Tiere aufforderte, zu seinem Hoffest zu kommen.
Zu Pfingsten standen wieder einmal
die Wälder und die Felder
in frischem grünem Laub und Gras,
und die Vögel sangen fröhlich
in den Hecken und auf den Bäumen;
Kräuter und Blumen erblühten
und es duftete überall.
Es war ein schöner Tag, das Wetter klar.
Nobel, der König aller Tiere
wollte einen Hoftag halten
und ließ es überall in seinem Lande verkünden.
Da kamen viele Herren mit großem Gepränge
und auch viele aus ihrer stolzen Gefolgschaft,
die man nicht alle zählen konnte,
darunter auch Lütke der Kranich
und Markwart der Häher; ja alle, alle kamen;
denn der König mit seinem Hofstaat
wollte den Hoftag gestalten mit Festen,
Feierlichkeiten und Vergnügungen
und er hatte dazu eingeladen alle Tiere, groß und klein.
Nur Reineke der Fuchs als einziger kam nicht,
er hatte so viele Missetaten verübt,
daß er nicht wagte, am Hof zu erscheinen :
Wer Böses tut, der scheut lieber das Licht!
So handelte auch Reineke, der Übeltäter.
Er mied des Königs Hof,
weil er dort einen sehr schlechten Ruf hatte,
Als der Hoftag begann
war niemand dort außer dem Dachs,
der nicht über Reineke zu klagen hatte,
den alle für gefährlich und verbrecherisch hielten.
Weiteres zum Thema "Fuchs":
Den Germanen war der rothaarige Fuchs nicht nur heilig, sie sahen in ihm auch den weisen Ratgeber der Tiere - keineswegs den verschlagenen Lügner späterer Zeit.
Aus seiner lobenswerten Gerissenheit entstand in alter Zeit sein Name "Reginhard", der im Hochdeutschen zu "Reinhard" und im Plattdeutschen zu "Reineke" wurde. Das hochdeutsche Wort drang in einer Zeit, als Franken und Alemannen noch dieselbe Sprache redeten, über den Rhein und macht den "renard" zum französischen Wort für den Fuchs.
Auf dem Gebiet der Flamen entstand aus der Fabel vom Fuchs ein berühmtes Tierepos: die Hauptperson bekam den flämischen Titel "Reineke Fuchs". "Reinhard" und "Reineke" sind heute noch Vor- und Familiennamen; die Jäger nennen den männlichen Fuchs in ihrer Weidmannssprache "Reineke".
"Reineke Fuchs" hat durch Goethes Bearbeitung seine größte Berühmtheit erlangt. Es geht darin um Folgendes: Reineke erscheint als einziger nicht zum Hoftag des Königs der Tiere, des Löwen Nobel, da er die Klagen seiner Feinde fürchtet, die er geschädigt hat. Die Boten, die ihn abholen sollen, entkommen mit Mühe seinen Anschlägen. Als er schließlich doch bei Hof erscheint, redet er sich so klug heraus, daß seine Gegner eingesperrt werden und er in Ehren entlassen wird. Dieses Spiel wiederholt sich einige Male, bis schließlich alle Gegner, auch Isegrim, der Wolf, besiegt sind und Reineke als Kanzler die höchste Stufe seiner politischen Karriere erreicht. ( aus: Tierpark )
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Nu hebbt se den Voss bi'n Steert! - Seit Alters her gilt der Fuchs als besonders gerissen. Und so konnten Übertragungen auf menschliches Verhalten nicht ausbleiben: He sliekert as en Voss heißt es vom Leisetreter. Das Verhalten von gewitzten Zeitgenossen wird durch den Vergleich verstärkt: He is listig as en Voss. Diesem Räuber entgeht kein Gegner: Den kloken Hahn fritt de Voss ok. Allerdings neigt er dazu, sein Glück über Gebühr zu strapazieren: De Voss geiht so lang to Dörp, bet de Hunnen em biet.
Dass der Voss als ausgesprochen männlich gilt, ist kein Zufall. Das -s am Wortende kennzeichnete ursprünglich das männliche Tier. Noch im Mittelhochdeutschen stand neben dem vuhs die weibliche vohe. Voss und Fuchs waren zunächst umschreibende Namen für "den Geschwänzten". Die Germanen vermieden es, den eigentlichen Namen des Tieres auszusprechen, weil sie ihm magische Kräfte zuschrieben. Im Plattdeutschen hat sich die Schreibung mit v durchgesetzt. Reinke de Vos mag zu dieser Tradition beigetragen haben. Typisch ist auch, dass das k bei der Kombination der Laute k und s ausgefallen ist. So entspricht der Voss dem Fuchs, ebenso wie der Lass dem Lachs. Wie wassen zu übersetzen ist, lässt sich aus dieser Regel unschwer ableiten.
Original: Reinhard (!) Goltz, Welt-Online
Neben dem Ratefuchs gibt es offenbar auch den „Bratefuchs“
Fuchsbraten (gefunden im Internet)
1 Fuchs
Salz
Pfeffer
Zitronensaft
1 Flasche Rotwein
1 Flasche Estragonessig
Zwiebelscheiben
Lorbeerblatt
Gequetschte Pfefferkörner
Wacholderbeeren
Speck zum Spicken
Saure Sahne
Maggiwürze
Zubereitung:
Der erlegte Fuchs wird gestreift und drei Tage in fliessendes Wasser
gehängt. Dann wird er wie der Hase angerichtet, d. h. Brustfleisch,
Kopf und Vorderläufe werden abgetrennt, Ziemer und Schlegel mit Salz,
Pfeffer und Citronensaft eingerieben, mit einer Flasche Rotwein und
ebenso viel Estragonessig übergossen und Zwiebelscheiben,
Lorbeerblatt, gequetschte Pfefferkörner und Wacholderbeeren
hinzugefügt. Nach 24 Stunden wird der Fuchs aus der Beize genommen,
dicht mit feinem Speck gespickt und unter fleissigem Begiessen mit
Beize und saurem Rahm saftig und weich gebraten. Die Bratenessenz wird
durchgesiebt, mit einem Güsschen Maggiwürze vervollkommnet, teils
über den Braten gegossen, teils in einer Sauciere gereicht.
Das übrige gebeizte Wildbret verwendet man zu Ragout.
Geändert von Ssaansche (03.03.2011 um 16:17 Uhr)
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10.05.2010, 12:21
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Wenn de Ke-iner op Bessöök kumme
Wat en Fröid, wenn us Inkelsches be-i us op Bessöök kumme. Wenn de Döar open che-iht un de Pööste met en selwes chemolt Beld of en Püngel Blöömkes innen Arm falle.
Soa hadden sech ouk be-i us öwwer Poosche use Dochder, Schweagerssohn un bitts Inkelke-iner aanchemeldt. E-ine Weeke woulen se bliewe. Poschefüür woulen se belewen, Chröönkoal be-i Mooder eeten, mol wiier met Bäästevaader duar dän Boosch loupen un Bekaunte on Verwaundte bessööke. Wat en froah Verwaachte.
Se woaren noch öwwerhoups nee do, do chingk be-i us em Huus all de Arbe-it loas. Vier Bedden mooßden freesch öwwertrocke wäde. Föar de Fiierdaage mooß me chenoug i’koupe, un de E-ier nee vercheete. Völl E-ier woulen min Dochder un min Frou aanmole. Poosche woule se die verstoppe on de Inkels mößden se ssööke. Se ssalle laater met Fröid aan dise Tiet be-im Bäästevaader un Bäästermooder turückdinke.
Jo, un dann woaren se do. Bäästemooder moot eas emol met use seevenjöhrige Inkeldochter en Speel speelen un Bäästevaader buten met dän twelfjöhrigen Jung Football. Dise Weeke chehöare us de Ke-iner, me-inden min Dochder met en Kniepoug. Un do had se Rääch chehadd.
Dän tweeden Nomidach mooß ek met dänne Twea nohm Boosch. Dö möge se chään dä Lüüt em „Climbing-Park“ tukieke un ouk selwes mol in dän e-in of aunere Boum klimme. Op dän Wääch noh doheim moot ek de Ullige Huckepack nehme, derweege dat se noh öar Me-inung
nee meah loupe koos. Merr dat de-it en Opa jo chään.
Auner Daachs woar E-ierfärwe draan. Mien Frou, Dochder un Schwiagerssohn hadden aal Hain voll de doone, un ek mooss me-i bute in där Tied met de Ke-iner aafcheewe.
Omends chingk’t dann nohm Pooschefüür. Dat had dän chanzen Daag cheregnet un ek kreeg wiier de Opchaave, me-i öm bitts Ke-iner te kümmere. Met Opa mack dat öar am me-iste Spaaß, me-inden min Dochder. Se hadden öar Pläsier, merr – ees we-i laat wier dohe-im woaren, ssoachen se ut ees Ferkes un hadden dän chanzen Cheröök van dat Füür met in’t Huus chebraach. Allbitts koamen se easmol inne Bütt un dann stracks noh boven nohm Bett.
Op Opas Huckepack woulen se de Trappen erop noh boven chedraagen wäde. Ouk wenn dä Chroate all twelf Johr aul woar, ouk he mooß op minnen Röggen. Soa laat dat all wöar, en Chescheechte woul de Lütte ouk noch vöarcheleasen häwwe. Ouk dat de-it me jo chään.
Aunere Daach woar dann E-ierssööke aanchessach. „Kaul“ un „warm“ hitt dat dann en chanze Tied lang, bös se dann öare E-ier und de chanze Schnuppere-ie chefoune hadden.
Aunere Daach chingk’t noh de E-ierbärge tum E-ierboolle. Opa mooß ömmer met. Rop op dän Bärch, rouner vam Bärch. Dat sall jo chessound sin, wood’sche chessaach.
Dän vöärlääsde Daach chingk dat nochmol in’t Schwemmbad, on am lääsde Daach wood chepack, noch ees oddentlich nohchewunke, un do woaren se dann fott.
Wat woar dat op e-imol still in usem Huus! Ssallden we-i nou truurich sin? Me sseet jo, dat me froah ös, wenn de Inkels kumme, merr ouk, wemme se wier aafcheewen kann. Do ös wat draan.
Öwwer Peisse kömp nou min Jung un us Schwiagerdochder met öare Blaagen. Aach un tehn Johr aul. Wat ssind we-i froah, wenn se kumme ...
Original in Ostfriesisch van Ubbo Gerdes
Op Mölmsch Platt van Franz Firla
Geändert von Ssaansche (15.06.2010 um 06:39 Uhr)
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12.05.2010, 09:29
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Darwin un we-i Mölmsche
Dän Darwin sseet, we-i aal tessaame,
deaden vannen Aap aafstamme.
Leewe Lüüt, dat ös nee räch,
un bowendren ouk ziemlich fräch.
Dat Darwin in’n Speegel keek,
derweegen kallden he soan Bleek,
mackden us Kummaf mötschesmoot
ut Aapefle-isch un Aapebloot.
Häd he sech mol de Tied chenohme
un wöar ees her noh Mölm chekomme
en Stadt die jedere-in chefällt,
häd he soan Driet wahl nee vertellt.
Denn use Mölmsche Minscherasse
ös schöan chebaut un hoach chewaasse,
We-i stamme treck vam leewen Chott,
un nee van ssunnen Aapefott.
Dat ssüht me all an jedet Hoor,
an jedet De-il, an jede Poor,
do heet dän Härrchott nee chespaat,
dat ös Vollbloot va’ hoager Aat.
Me me-int me wöar em Hemmelriek
wemme us Froulüüt ees bekiek.
Wat leewe Deansches, flott un tröi,
un allemole schöan dobe-i!
Chlöönige Bäckskes un chessound,
Schwatt of bruun of roat of blond,
met Duuerwelle of ouk chlatt
un wat me die all soa chään had,
un se dann soa innig köößden,
un wemme dann dran dinke möößden,
- soa midden inne Köößerei -
me kööß en Aapemuul dobe-i-,
dann wäd’sche kloor, deep inne Ssial:
Dän Darwin woar en chroat Kamel.
nach einem Original in Pfälzer Platt von Paul Münch
Mölmsch-Platt-Version: Franz Firla
Geändert von Ssaansche (03.03.2011 um 16:17 Uhr)
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25.05.2010, 15:56
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Und noch einmal:
Reinke de Voß, Reineke der Fuchs
Die berühmte Pfarrerszene:
Kurze Inhaltsangabe des 12.-14.Kapitels
bis zu dieser Stelle:
Nachdem der Bär Brune jämmerlich gescheitert war, Reineke zum Hof des Königs zu bringen, damit er sich dort wegen seiner Freveltaten verantworte, schickt der Löwe den Kater Hinze los, weil dieser als besonders klug galt. Der listige Reineke lenkt ihn ab, indem er ihm Appetit auf Mäuse zum Abendbrot macht, die angeblich im Stall des Pfarrers in Mengen zu finden seien. In Wahrheit aber liegt dort hinter einem Loch eine Schlinge aus, mit der der Pfarrerssohn den Hühnerdieb Reineke fangen will. Als der Kater in der Schlinge festsitzt, macht sich Reineke auf, um die Frau des Wolfes Isegrimm zu besuchen. Auch diese lockt er in ein Loch, um die festsitzende Wölfin anschließend zu vergewaltigen.
Währenddessen muss sich der Kater Hinze der gemeinsamen Schläge der aufgewachten Pfarrerfamilie erwehren, die glaubte, sie habe Reineke in der Schlinge gefangen. Er hat bereits ein Auge verloren:
1. Mittelniederländisch: (seit ca. 1250)
Alse Tybeert dat ghesach,
Dat hi emmer sterven soude,
Doe dedi een deel als die boude,
Dat dien pape verghinc te scanden.
Beede met claeuwen ende met tanden
Dedi hem pant, alsoet wel scheen,
Ende spranc dien pape tusschen die been
In die burse al sonder naet,
Daermen dien beyaert mede slaet.
Dat dinc viel neder up den vloer.
Die vrauwe was zeerich ende zwoer,
Bi der zielen van haren vader,
Sine wilde wel om al gader
Die offerande van eenen jare,
Dat niet den pape ghevallen ware
Dit vernoy ende dese scame.
So sprac: ‘Int sleets duvels name
Moete dit strec sijn gheset.
Siet, lieve neve Martinet:
Dit was van huwes vader ghewande.
Siet hier mijn scade ende mijn scande
2. Niederdeutsch-Lübeck 1498:
Do Hyntze sach, dat he steruen scholde,
He was tornich vnde gram.
Dem papen he twysschen de bene quam.
He beeth, he kleyede myt grotem nyd,
He schendede den papen vnde makede en quyd
Nicht al, men dat drydde pard,
Dar van he eyn man gheheten ward;
Dyt spleet he eme vth der hud.
De pape reep seer ouerlud,
He vel tor erden in grote vmmacht.
De meygersche sprack do vmbedacht:
»De duuel heft angherycht dyt spyl!«
2. Goethe (1794)
Hinze dachte zu sterben; da sprang er wütend entschlossen
Zwischen die Schenkel des Pfaffen und biß und kratzte gefährlich,
Schändete grimmig den Mann und rächte grausam das Auge.
Schreiend stürzte der Pater und fiel ohnmächtig zur Erden.
Unbedachtsam schimpfte die Köchin, es habe der Teufel
Ihr zum Possen das Spiel selbst angerichtet. Und doppelt,
Dreifach schwur sie: wie gern verlöre sie, wäre das Unglück
Nicht dem Herren begegnet, ihr bißchen Habe zusammen.
Ja, sie schwur: ein Schatz von Golde, wenn sie ihn hätte,
Sollte sie wahrlich nicht reuen, sie wollt ihn missen. So jammert'
Sie die Schande des Herrn und seine schwere Verwundung.
Endlich brachten sie ihn mit vielen Klagen zu Bette,
Ließen Hinzen am Strick und hatten seiner vergessen.
3. Grimm (aus seiner Dokumentation der Tierfabeln - 1834)
alse Tibert dat ghesach,
dat hi emmer sterven soude,
doe dedi en del als die boude,
dat dien pape verghinc te scanden:
bede met claeuwen ende met tanden
dedi hem pant, alsoet wel sehen,
ende spranc dien pape tusschen die ben
in die burse al sonder naet,
daermen dien beiaert mede slaet.
dat dinc viel neder up den vloer:
die vrauwe was serich ende swoer
bi der sielen van haren vader,
sine wilde wel om al gader
die offerande van enen jare,
dat niet den pape ghevallen ware .
dit vernoi ende dese scame.
soe sprac 'int slets duvels name
moete dit strec sin gheset:
4. Simrock (1845)
Als Hinzen sah, dass er sterben sollte,
war er dem Pfaffen falsch und gram.
Indem er ihm zwischen die Beine kam,
biß er und kratzt’ er mit großem Zorn,
er schändete den Pfaffen und raubt ihm vorn
nicht alles, doch zum Drittel wohl,
was der Mann zur Mannheit haben soll;
das riß und spliß er ihm aus der Haut.
Der Pfaffe rief gar überlaut
und fiel zur Erden ohne Macht.
Da sprach die Köchin mit Unbedacht:
„Der Teufel hat die Hand im Spiel.“
Auch schwur sie hoher Eide viel,
sie wollte Hab und Gut drum geben,
hätte sich dies Unglück nicht begeben;
und hätte sie einen Schatz von Gold,
daß sie ihn gern geben wollt,
wenn ihr Herr nicht so geschändet wär.
Denn siesah ihn verwundet schwer;
auch sah sie liegen bei der Wand,
das teure, nun verlorene Pfand.
„Der Teufel hat den Strick gesetzt!“
Begann sie, und sprach zu Martinet jetzt:
„Sieh, lieber Sohn, ists nicht ein Leiden?
Dies ist von deines Vaters Geweiden.
Doch hat er Schaden, ich habe den größten,“
sprach sie und ließ sich niemand trösten.
5. Neuhochdeutsch (2000, Wahle) – Übertragung der Lübecker Fassung
Als dieser sah, daß er sterben sollte,
wurde er rasend vor Zorn und Wut
und sprang dem Pfarrer zwischen die Beine,
biß und kratzte in wütendem Zorn
und verstümmelte den Pfarrer, indem er
ihm zwar nicht alles, aber ein Drittel
von dem, was einen Mann ausmacht, abbiß;
das riß er ihm aus der Haut.
Der Pfarrer schrie auf vor Schmerz
und fiel ohnmächtig zu Boden.
Die Haushälterin rief ohne zu überlegen:
„Das hier ist ein Teufelsspiel!“
6. Mölmsch Platt (Firla, 2010)
Ees Hinze ssoach, dat he sterwen ssallde,
wood he cheeftig un verdreidig,
sprung däm Paschtoar tüschen de Be-in.
He beet un schorrden öm met Cheef,
dead öm en chroate Schaun un beet öm
dän dridden De-il van däm aaf,
womet däm Paschtuar en Mann woar.
Dat reet he öm ut de Huut,
däm Paschtuar woar hatt am kriete
un feel flau op dän Chround.
De Kööksche reep oahne te öwerlegge:
“Dat heet me-i dän Düvel aanchedoon!“
Geändert von Ssaansche (26.05.2010 um 17:43 Uhr)
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29.05.2010, 08:50
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Ort: Mülheim an der Ruhr
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Warum Mölm bowenaan ist
Ist unsere Heimatstadt Mülheim an der Ruhr, die in diesem Jahr gerade mal ihr zweihundertjähriges Stadtrecht feiert und 1093 erstmals als Gerichtsstätte erwähnt wird, womöglich doch viel älter? Und nicht nur viel, viel älter, sondern die älteste Stadt überhaupt?
Ja, es gibt tatsächlich gute Gründe, anzunehmen, dass sie von Gott selbst gegründet worden ist. Hier an der Furt über die Ruhr könnte die Menschheitsgeschichte ihren Anfang genommen haben.
Wir alle kennen die berühmten Worte im Kapitel 3,19 „Von Staub bist du, und du sollst dahin zurückkehren!“ Wer hat sich nicht schon oft über diese Bibelstelle gewundert? Denn plausibel ist es nicht, wenn ein Mensch aus Staub sein soll, dann doch schon eher aus Mülheim.
Dass die Bibel ursprünglich in Mölmsch Platt abgefasst war und nicht etwa in Hebräisch, ist für einen „aulen Mölmschen“ eine ausgemachte Sache. Auch müssen wir uns von der Vorstellung lösen, „Mölm“ sei lediglich eine Verplattung und Zusammenziehung der beiden Worthälften von Mül-heim. Soviel vorneweg.
Nun ist das Wort „Mölm“ nur eine winzige phonetische Nuance entfernt von „Melm“, welches in verschiedenen alten Sprachen und Dialekten „Staub, Sand, Erde “ bedeutet und nicht selten auch in den Versionen Malm, Mölm, Mülm erscheint. Zahlreich sind denn auch die literarischen Belege für dieses frühe Wort. Von Wolfram von Eschenbachs Parzival angefangen ( „Hier lagen sie in Staub und Melm“) über niederfränkische Psalmen des 9.und 10.Jahrhundert bis zu Adalbert Stifter („gingen wir …in das Dorf Melm hinunter“).
Aber erst eine Rückübersetzung der Genesis in den wahrscheinlich niederfränkischen Urtext ergibt eine Doppelbedeutung, die einem Mölmschen das Herz schneller schlagen lässt. Der kryptische Bibeltext vom „Staub“ wird solcherart dechiffriert und die ursprüngliche, viel plausiblere Bedeutung, offengelegt. Denn die Frucht dieser wichtigen dialektologischen Bibelexegese ist nichts geringeres als die Erkenntnis: Gott hat Adam in Mülheim geschaffen! Denn er sprach: „Va’ Mölm bös dou, …“ = „Von Mülheim bist du, …“. Also musste unser aller Ahnherr bereits hier gewesen sein, ehe Gott ihn ins Paradies lockte. Er war somit der erste Mölmsche, wahrscheinlich der von uns schon früher vermutete „homo mulinex“. Da die Hominiden, also die menschenähnlichen Primaten, seit etwa 2 Millionen Jahren existieren, darf man für Mülheims Existenz getrost noch ein paar Jahre mehr annehmen.
Nun war ja Adam ja ziemlich zügig aus dem Paradies entlassen worden. Dort hatte er Gartenverbot erhalten, und konnte unmöglich genau dorthin zurückgeschickt werden. Gott sprach aber: „ ...un noh Mölm sasse wi-er retour!“ Mülheim an der Ruhr, unsere herrliche Stadt, das ist nun der Wermutstropfen der neuen Sichtweise, wird leider außerhalb des Paradieses gelegen haben.
Die vorangehenden Verse, in denen Adam schweißtreibende Arbeit prophezeit wird, lassen eher auf eine strafweise Rückversetzung in jene Stadt schließen, aus der Adam wohl einst aufbrach, um paradiesische Zustände genießen zu können. Andererseits soll er gerade im Garten Eden das Licht der Welt erblickt haben. Nach dieser Lesart wäre dann Mülheim mit dem Paradies identisch, was aber ohnehin wenig glaubhaft und nur für einige Stadtteile wie z.B. Saarn nachvollziehbar wäre.
Warum Adam seine Aufenthaltserlaubnis im Paradies verspielte, ist jedenfalls ein andere Geschichte. Für die Mölmschen steht auf Grund der vorangegangenen sprachhistorischen Beweisführung auf jeden Fall fest: Mölm ist die älteste Stadt der Welt, und der alter Wahlspruch ist nunmehr über jeden Zweifel erhaben: „Mölm bowenaan!“
von Franz Firla
Geändert von Ssaansche (12.06.2010 um 06:49 Uhr)
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30.05.2010, 13:46
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Hattlichen Chlöckwunsch Lena!
Lena heet sech em bloue Öinerbuksche chekoup
un dat Leech oppe Veranda branne loote!
Dat vertellt dat Ssingmüüsken in sinnem Leedsche vam Ömlöiper ( Satellite)
Geändert von Ssaansche (03.03.2011 um 16:17 Uhr)
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07.06.2010, 10:22
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Stound en Kääl em Metzger-Winkel: „ Ek häd chään tweahounet Chramm Mettwoos – äwwer van dä chroowe Dicke.“
Sseet de Metgerfrou: „De-it me le-id, die ös vanddaach in de Beroopschual!“
Steht ein Mann beim Metzger: "Ich hätte gerne 200g Mettwurst - aber von der groben Dicken."
Sagt die Verkäuferin: "Tut mir leid, die hat heute Berufsschule."
Anmerkung:
Der Metzger wurde auch Katzoff genannt (geht auf jüd.hebr. Bezeichnung zurück)
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En Frou che-iht tum Dokter un sseet: „Dokter, ek häpp en Knuudel in de Boos."
Sseet dän Dokter: "Wän mack denn soa wat?“
Eine Frau geht zum Arzt und sagt: "Herr Doktor ich hab einen Knoten in der Brust."
Doktor: "Wer macht den sowas?"
Anmerkung:
Die weibliche Brust wurde auch Memm genannt
Geändert von Ssaansche (03.03.2011 um 16:17 Uhr)
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11.06.2010, 09:50
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Broatfall off Noatfall
De Müllersche un dän Wim Kruus,
se woahne in däm sselwen Huus.
De Müllersche, de woont do boowen
un he sitt oune achter’m Oowen.
Sse-it Johre sin die twea knaas-knies
dän Kruus,Wim, dat Müller, Lies.
Vertelle sech nicks, doon sech nie chröte,
twea Stockfeesche, twea hatte Nööte.
E-ines Daachs, ek we-it noch matt,
do heet dän Wim Bessöök chehadd.
Dä Hennes woar’t, sinne Kumpan,
dän koam mi’m lecker Pülleken aan,
un dat hadden allbitts soa leew,
dat Hennes bös tum Omend bleew.
Un ees die twea woule wat eeten,
merkden Wim, wat he vercheeten.
Tum Dunnerkiel un Ssapperloat,
em Schapp do woar ke-in Kööske Broat.
Wat mack he nou, wat’s der te doon?
He mutt de Müllersche frooge choon.
Em Trappenhuus he öwwerlaach
wie he dat vöarbränge maach:
„Ek wääd öar ssegge, chanz kommoad:
Leew Frou Müller, ek bruuk wat Broat,
Botter häpp ek un wat Kruut,
sin soa chudd un hölp me-i uut!”
“Nee”, dink he, “dat sin domm Ssaake,
ek wäd doch nee en Kratzfoot maake.
Ek wäd dat Frouminsch hatt aankalle:
„Müllersche, min Broat ös alle.
Lean me-i wat bös aun’re Weeke!
Jo, op die Aat soa wäd ek spreeke.“
He löp de Trappen widder rop
un dink: „ Ek sinn en Oossekopp.
Worüm soa fröindlich un soa nett?
Dat ös te taam föar dat Scharett.
Däm Schlünzke wäd ek wat vertelle
dat kann se sech charnee vöarstelle“.
Un dann, am E-in van sinnem Loup,
steiht he vöar öarem Klingelknoup.
He schäpp kott Ohm un dröck drop,
un plötzlich che-iht de Döaren op.
„Höar ees“, bölk he, va’ Cheef chanz roat,
„bloos me-i im Nacke met dim Broat!”
nach: „De Notfall odder de Brotfall“ von Waltraud Meißner, Pfälzer Mundart
Mölmsch-Platt-Adaption: Franz Firla
Geändert von Ssaansche (03.03.2011 um 16:17 Uhr)
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16.06.2010, 11:22
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Alle Plattliebhaber trauern um Heidi Kabel
Deshalb hier die Nachricht auf Hamburger Platt:
Hamborg truert üm Heidi Kabel. Börgermeister Ole vun Beust hett öber de grote Schauspelerin seggt: se harr to Hamborg höört as de Michel.
Kultursenotersch Karin von Welck hett Heidi Kabel ´n grootortige "Verkörperung vun hanseatische Lebenslust" nöömt. Un Jan Fedder hett ehr minschliche, unkomplizeerte Oort loovt. Nu kunn Heidi Kabel "den leben Gott Plattdüütsch bibringen", so Jan Fedder.
Geändert von Ssaansche (03.03.2011 um 16:17 Uhr)
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19.06.2010, 11:59
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Heute in der NRZ:
Auf zur Kinderhauptstadt!
19.06.2010 / Lokalausgabe
Das Original
Mannech eine meint, wat use Stadt bei Ruhrbania aan Cheild verplempere deit, wöar all meah ees dat de Polezei erloub. Behoups nee, dat ös ssuchar öar Rääch! Dat heet dän Ssaansche Börger Schlüter schreeflich van de Düsbärgsche Staatsanwaulschaaf. He had do en Stroofanzeich chestault weege Untröie.
Ouk de Regierung en Düsseldörp heet dat Roothuus bestrunz. Se kloppden däm Kämmerer föar sin schöan Sparliste oppe Schouler. Do künnt me prima met spare: “Spare alla Kaate“.
Weiter geht's in der NRZ!
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